Arbeitsschutz in der Gastronomie

In Alltag wird der Arbeitsschutz in den meisten Branchen leider nicht sehr ernst genommen und gerät gerne mal in Vergessenheit. Grund dafür ist oft der damit verbundene Zeitaufwand: Viele Gastronomen fürchten, dass eine gründliche Beschäftigung mit dem Arbeitsschutz und das Aufklären ihrer Mitarbeiter sehr zeitaufwendig ist. Tatsächlich kannst Du als Arbeitgeber aber unnötige Dienstausfälle vermeiden, wenn Du den Arbeitsschutz entsprechend ernst nimmst!

Arbeitsschutz ist wichtig, hier muss jeder Mitarbeiter Bescheid wissen und sich auch daran halten

Für die Gefährdungsbeurteilung ist es von Bedeutung, dass Du Dir als Arbeitgeber erst einmal darüber im Klaren wirst, welche Gefahren sich an Deinem Arbeitsplatz verstecken. Außerdem: Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um Deine Mitarbeiter vor diesen Gefahren ausreichend zu schützen. Diese Gefährdungsbeurteilung bzw. Beurteilung der Arbeitsbedingungen ist rechtlich in § 5 Abs. 1 ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz) geregelt.
Diese drei Säulen bilden das Gerüst des Arbeitsschutzes
  • Die Gefährdungsbeurteilung
  • Eine Betriebsanweisung
  • Schulungen im Bereich Arbeitsschutz
Wenn die Gefährdungsbeurteilung so weit abgeschlossen ist, geht es darum, die entsprechenden Maßnahmen festzulegen. Dies geschieht in der Betriebsanweisung. Die Betriebsanweisung soll dazu dienen, Deine Mitarbeiter über die Gefahren im Betrieb aufzuklären und sie darüber in Kenntnis zu setzen, wie sie damit umgehen sollten. Zu erfassen sind folgende wichtige Punkte:
Wichtig bei der Betriebsanweisung ist, dass diese regelmäßig aktualisiert und angepasst wird. Auch die Mitarbeiter müssen regelmäßig darüber informiert werden, wie die Betriebsanleitung lautet und welche Dinge sich geändert haben. Am besten lässt Du Dir als Arbeitgeber die in Kenntnisnahme anschließend von jedem Mitarbeiter unterschreiben. So bist Du auf der sicheren Seite. Darüber hinaus solltest Du als Arbeitgeber darauf Acht geben, dass sich Deine Mitarbeiter über die Berufsgenossenschaft regelmäßig schulen, um durch Prävention Unfällen vorzubeugen. Die Berufsgenossenschaft bietet hilfreiches Infomaterial für verschiedene Seminare im Bereich Arbeitsschutz.
Welche Aufgaben übernimmt die Berufsgenossenschaft für dich hinsichtlich des Arbeitsschutzes?
Wir in Deutschland haben das Glück, dass der Staat im Bereich Arbeitsschutz dafür sorgt, dass Arbeitgeber und Mitarbeiter gut abgesichert ihre Arbeit verrichten können. Auch arbeitsunfähige Personen, die durch einen Unfall nicht mehr in der Lage sind, ihrer Arbeit nachzugehen, sind durch den Arbeitsschutz gesichert. Der Staat mit seinem Sozialversicherungssystem steht Personen im Falle eines Unfalls finanziell zur Seite
Die Grundpfeiler des deutschen Sozialversicherungssystems sind:
Je nachdem, in welcher Branche der Versicherte tätig ist, greift eine der deutschen Berufsgenossenschaften. Als Arbeitgeber bist Du verpflichtet, Deine Mitarbeiter dort zu versichern, um zu verhindern, dass ein Arbeitsunfall im schlimmsten Fall den finanziellen Background gewährleistet ist.
Eine der grundlegenden Aufgaben der Berufsgenossenschaft ist das Herausgeben der Unfallverhütungsvorschriften. Die Vorschriften werden nach § 15 des siebten Buchs des Sozialgesetzbuches erstellt und sind für alle Unternehmer verbindlich. Und wer kontrolliert, dass die Unfallverhütungsvorschriften auch eingehalten werden? Dafür gibt es von der Berufsgenossenschaft ausgewählte Aufsichtspersonen, die regelmäßig prüfen, ob die Vorschriften auch umgesetzt werden. Sollten diese Vorschriften nicht eingehalten werden, ist es der Aufsichtsperson erlaubt, Maßnahmen zu ergreifen. Das Abstellen bestimmter Geräte könnte zum Beispiel eine solche Maßnahme sein.
Welches die Maßnahmen sind, die Du für den nötigen Arbeitsschutz treffen musst sagen wir dir jetzt
Um das Ganze übersichtlich zu gestalten, siehst Du gleich die wichtigsten Maßnahmen, die Du treffen musst, um Deinen Mitarbeitern ausreichend Arbeitsschutz während der Arbeitszeit zu bieten:
Verstöße gegen den Arbeitsschutz bleiben natürlich auch nicht ungestraft
Wenn es um den Arbeitsschutz geht, liegt es am Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Arbeitsschutzmaßnahmen von allen eingehalten werden. Sollte dies nicht der Fall sein, drohen Bußgelder, die sich auf bis zu 25.000 Euro belaufen können. Diese Summe entsteht allerdings nur, wenn Du als Arbeitgeber vorherigen Aufforderungen eines Bußgeldbescheids von ca. 5000 Euro nicht nachkommst. Aber auch Freiheitsstrafen von bis zu 1 Jahr sind nicht auszuschließen, wenn Du Dich einer Anordnung der zuständigen Behörde nach § 22 Abs. 3 ArbSchG vehement widersetzt.
Aber nicht nur der Arbeitgeber muss sich bei Verstößen gegen den Arbeitsschutz in Acht nehmen. Denn auch der Mitarbeiter selbst ist dazu verpflichtet, sich an die Vorschriften zu halten. Sollte dies nicht der Fall sein, liegt es am Arbeitgeber, konsequent dafür zu sorgen, dass sich das ändert. Sollte dies nach mehrmaligem Ermahnen nicht der Fall sein, ist es für den Arbeitgeber wichtig, das Vergehen des Mitarbeiters zu dokumentieren. Wenn sich das Verhalten des Mitarbeiters partout nicht ändern lässt, kann der Arbeitgeber mit einer fristlosen Kündigung drohen und diese gegebenenfalls auch durchsetzen.

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