7 Tipps für das Onboarding künftiger Gastrohirsche

Gute Vorbereitung für einen leichten Start: Bereiten sich Gastronomen auf den Arbeitsbeginn neuer Mitarbeiter gut vor, ist es für beide Seiten entspannter und erhöht die Chance einer dauerhaften Zusammenarbeit.

1. Onboarding-Ablauf festlegen

Um die reibungslose Aufnahme und Eingliederung neuer Mitarbeiter zu gewährleisten, ist ein zeitlicher Ablaufplan ein absolutes Muss: Wer macht was bis wann? Das lässt sich anhand eines Zeitstrahls, der mit dem Einstellungsgespräch beginnt und einige Wochen nach dem Arbeitsbeginn endet, gut fixieren und verhindert, dass wichtige Dinge vergessen werden. Dieser Leitfaden ist für jeden Betrieb natürlich individuell, aber in den kommenden Punkten finden sich einige Beispiele für „Meilensteine“, die eingehalten werden sollten und betriebsintern erweitert werden dürfen und sollen.

2. Bevor es losgeht gibt es eine Infomappe

Wie ist die Philosophie des Betriebes? Wie sieht das Organigramm aus? Auf welche Geschichte blickt das Haus zurück? Welche Lieferanten beliefern uns, welche Zusatzgeschäfte gibt es? Welche wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten gibt es?

Gestandene Unternehmen händigen neuen Mitarbeitern vor dem ersten Tag Infomappen aus, hin und wieder gibt es sogar auch mal ein Imagevideo. Das alles können und sollten auch kleinere gastronomische Betriebe im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun. Auf diese Weise werden einige Fragen schon vorab geklärt und andere stellen sich dadurch erst – was gut ist.

3. Los geht’s, aber in zwei Etappen: 1. Willkommens-Rituale schaffen

Es muss keine Party gefeiert werden, dennoch gilt neuen Mitarbeitern am ersten Tag mit einem Ritual bzw. einem klar definierten Ablauf den Start zu erleichtern und ihn zu einem tollen Erlebnis zu machen – das sollte für dich als Gastronom der sein Geld damit verdient, Menschen glücklich zu machen, ja doch kein Problem sein. Eine herzliche und persönliche Begrüßung beim Eintreffen, ein gemeinsames Frühstück, Mittag- oder Abendessen mit dem Boss – bei diesem Punkt ist deine Kreativität besonders gefragt.

4. Und weiter geht’s mit Etappe 2: Ein Rundgang durch den Betrieb und die Durchsprache des Organisatorischen

Egal ob dein Betrieb klein oder groß ist, eine Betriebsführung gehört zum Onboarding immer dazu. Hast du beim Vorstellungs- oder Bewerbungsgespräch schon eine Runde mit deinem Schützling gedreht, so schadet eine zweite, intensivere Runde aber trotzdem nicht. Beim Rundgang stellen sich zum Besipiel die Kollegen vor – diese müssen natürlich vorab informiert worden sein, sodass sie sich Zeit dafür nehmen können. Die Übergabe der Dienstkleidung und des Schlüssels für den Spind und des Zugangs zu verwendeten Systemen (Kasse, Personaleinsatzplanung, Warenwirtschaft und Co.): Auch Organisatorisches wird in diesem Zuge erledigt.

Tipp: Eine Checkliste stellt sicher, dass nichts vergessen wird.

5. Ab dem zweiten Tag & für ca. einen Monat: Einarbeitung mit Schulterblick

Ab jetzt beginnt der Arbeitsalltag. Und damit die fachliche Einarbeitung je nach Bereich in Küche, Service, Backoffice etc. Wichtig für das Erlernen der betriebsinternen Abläufe ist, Fragen schnell und kompetent zu beantworten sowie Probleme oder Irritationen aus dem Weg zu räumen. Hierzu empfiehlt sich ein Mentoring: Jeder neue Mitarbeiter bekommt einen direkten Ansprechpartner in der eigenen Abteilung, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Generell sollten natürlich alle Kollegen mithelfen, jedoch sollte eine Person dem Neuen besonders den Rücken freihalten. Dieses Prinzip lässt sich selbst auf kleine Betriebe übertragen. Und sei es nur die Möglichkeit, sich ein- oder zweimal am Tag für eine Viertelstunde zur Rücksprache zu treffen. Das hilft ungemein.

6. Im Laufe des ersten Monats: in verschiedenen Bereichen arbeiten

Nichts beugt Betriebsblindheit so gut vor wie ein Perspektivenwechsel. Deshalb sollten Neulinge schon sehr früh, idealerweise im Verlauf des ersten oder zweiten Monats, die Möglichkeit eingeräumt werden, ihren Posten zu verlassen und an anderen Stellen mitzuarbeiten. Wer zukünftig hinter der Bar steht, kümmert sich zeitweise ums Frühstücksgeschäft. Wer sonst in der Küche tätig ist, wechselt für einen Tag ins Büro und umgekehrt. Wer Service macht, nimmt an einer Lieferanten-Verhandlung teil. Das weitet den Blick fürs Ganze. Solche Wechsel sollten immer mal wieder vorgenommen werden.

Auch interessant: Unser YouTube Video zum Thema "Onboarding neuer Mitarbeiter"
7. Frühzeitig: Feedback-Gespräch führen

Nach circa einem Monat, spätestens aber im Laufe des zweiten Monats, sollte ein längeres und umfangreiches Feedback-Gespräch geführt werden. Das dient dazu, einen Zwischenstand zu erörtern, über Stärken, Schwächen und Potenziale auf beiden Seiten offen zu sprechen – aber nicht nur hinsichtlich der Leistung des neuen Mitarbeiters, sondern auch hinsichtlich des Betriebs aus Sicht des neuen Mitarbeiters. Hierbei sollte auch eruiert werden, ob sich der Arbeitsbereich mit den Eignungen des Mitarbeiters deckt, oder ob sich zusätzliche bzw. neue Tätigkeitsfelder anbieten. Grundsätzlich sollte ein Feedback-Gespräch, regelmäßig – z.B. alle drei Monate – aufs Neue stattfinden. Auch über Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Teilnahme an Fortbildungen/Schulungen sowie die Übernahme von Verantwortlichkeiten sollte regelmäßig gesprochen werden. 

In diesem Sinne wünschen wir ein erfolgreiches Onboarding!

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