Lieferando als Chance in der Corona Krise?

Die Corona Krise bringt viele Einschränkungen mit sich. Eine der einschneidensten ist wahrscheinlich der Wegfall von Gästen, die nicht mehr in das Restaurant dürfen. Da immer noch ein Bedarf an Getränken und Speisen besteht, besteht immer noch die Möglichkeit zu liefern bzw. deine Gerichte abholen zu lassen.
Eine, wahrscheinlich die populärste, Möglichkeit ist der Einsatz von Lieferando. Die App ist weit verbreitet und wird entsprechend genutzt. Ein weiterer Vorteil wäre, dass nach der Krise, ein weiteres Standbein dazugewonnen werden könnte.
Vorteile von Lieferando
Wie schon erwähnt erfreut sich Lieferando einer gewissen Beliebtheit, und man hat die Chance sich ein weiteres Standbein aufzubauen, auch wenn liefern bisher nicht der Fokus des eigenen Geschäftsmodells war. Zwar wird man nicht die gleichen Umsätze wie im Lokal erreichen, und das Ganze ist auch eine gewisse Umstellung, allerdings schafft man es so, den Betrieb über Wasser zu halten.
Nachteil von Lieferando
Einer der größten Nachteile von Lieferando werden garantiert die Kosten darstellen. Neben einer Servicegebühr von knackigen 13% je Bestellung, kommt noch eine Verwaltungsgebühr für Onlinezahlungen von 0,59 EUR hinzu. Gebühren von Zahldienstleistern wie z.B. Paypal sind noch nicht mit eingerechnet.
Wenn man in der Woche 60 Bestellungen (bezahlt mit Paypal) mit einem Gesamtwert von 2.400,- EUR erwirtschaftet, stellt Lieferando einen Betrag von 347,40 EUR zzgl. 19% MwSt in Rechnung. Natürlich werden hier Stimmen laut, die eine Verringerung der Gebühren während der Corona Krise von Lieferando verlangen. Damit ist jedoch kaum zu rechnen, da die 2.400,- EUR in unserem Beispiel durch Lieferando erwirtschaftet werden und gerade wenn die Bestellungen innerhalb von Lieferando hoch gehen, was der Krise geschuldet ist, wird sich Lieferando keinen Zentimeter bewegen. Schließlich ist dies das Kerngeschäft von Lieferando.
Auch interessant: Unser YouTube Video zum Thema "Unternehmerisches Mindset in der Corona-Krise"

Lieferando erwirtschaftet diese Umsätze nicht, da sie sich z.B. mit Google über die Webseiten der Restaurants setzen

Kommentare wie „Lieferando erwirtschaftet diese Umsätze nicht, da sie sich z.B. mit Google über die Webseiten der Restaurants setzen“, sind auch nicht lange haltbar. Schließlich entscheidet der Nutzer welchen Weg er geht, und dies ist eigentlich immer der, des geringsten Wiederstands. Niemand setzt sich hin und googelt erstmal alle Restaurants in der Umgebung, schaut was es gibt und ob diese überhaupt liefern. Eine Möglichkeit wäre z.B. das Lieferando einen höheren Preis des gastronomischen Angebots unterstützen würde. Das könnte evtl. so aussehen, dass der Gastronom die prozentuelle Abgabe an den Gast weitergeben könnte. Das bedeutet, wenn die Speise bisher 10,- EUR kostet, und Lieferando davon 13%, also 1,30 EUR bekommen hat, könnte man den Preis auf 11,30 EUR aufstocken, und Lieferando würde immer noch seine 13% der ursprünglichen 10,- EUR bekommen. So eine Art temporäre Corona Aufstockung, Technisch ist dies sehr leicht umzusetzen. Jede Minderung des Umsatzes, die vorher nicht kalkuliert war kann schließlich den Tod des Gastronomen bedeutet. Lese hierzu auch unser kostenloses eBook „Überleben in der Wildnis“.

Wie kannst du nun einen Lieferservice realisieren
Hier ein paar grundlegende Gedanken, wie du beim starten deines Lieferservices vorgehen kannst:

Halte deine Speisekarte so klein wie möglich, und analysiere was deine Besteller wünschen. So kannst du deinen Wareneinsatz minimal halten und vermeidest Schwund durch nicht verbrauchte Waren.

Am Anfang macht es durchaus Sinn mit Lieferando zu starten, auch wenn es ein paar Prozente kostet. Wenn das ganze angelaufen ist, und gut läuft, kannst du immer noch darüber nachdenken einen eigenen Fahrer einzustellen. Unterschätze allerdings nicht die Herausforderungen die bei einer eigenen Lieferung auf dich zu kommen wie Personal, Fahrzeug, Routenplanung usw.
Wenn du deinen Lieferservice ausbauen möchtest solltest du dir andere Kanäle zur Vermarktung anschauen. So könntest du jeder Bestellung einen speziellen Flyer beilegen, und deine Kunden darum bitten telefonisch direkt bei dir zu bestellen. Auch das Verteilen von Flyern, das Sammeln von E-Mail Adressen um auf wechselnde Gerichte aufmerksam zu machen, ein vernünftiges Social Media Marketing und eine eigene Website unterstützen dich hierbei.

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