Stromkosten senken durch aktives Lastmanagement

Du kennst das sicherlich: In deiner Gastronomie ist Stoßzeit und deine Küchengeräte & Kühlanlagen laufen gleichzeitig auf Maximalbetrieb. Aber wusstest du, dass das zu hohen Lastspitzen führen kann und dir deine Gewerbestromkosten in die Höhe treibt? In deinem Betrieb ist der Gewerbestrom mit circa 70% der bestimmende Kostenfaktor. Deshalb heute ein paar absolut nützliche Praxistipps für dich, wie du durch Lastmanagement deine Energieeffizienz steigerst und so deine Ausgaben verringerst.

Was ist denn überhaupt eine Lastspitze?

Von einer Lastspitze spricht man bei einer kurz auftretenden hohen Leistungsnachfrage im Stromnetz. Diese wird monatlich von Deinem Stromanbieter in einem 15-Minuten-Intervall gemessen. Diese Lastspitze muss durch sogenannte Spitzenlastkraftwerke ausgeglichen werden – und genau das kann teuer werden. Umso höher dein Spitzenverbrauchswert war, desto höher wird dein Gewerbestromanbieter auch dauerhaft die Strompreise pro Kilowattstunde ansetzen. Es reicht bereits ein Ausrutscher nach oben, um deinen Abschlag für den Monat oder aber sogar für das gesamte Jahr in die Höhe zu treiben. Um das zu verhindern und deinen Stromtarif möglichst günstig für deinen Gewerbestrom bei einem Stromanbieter zu halten, musst du hohen Lastspitzen zuvorkommen und diese ausgleichen.

Auch interessant: Unser YouTube Video zum Thema "Lastspitzen und Stromfresser"

Ist Energiespeicherung für dich sinnvoll?

Eine Möglichkeit ist die Speicherung von Energie, mit einem sogenannten Stromspeicher. Besonders sinnvoll ist das, wenn du einen Jahresverbrauch an Gewerbestrom von mindestens 100.000 kWh hast. Nochmal, dir muss bewusst sein, auch wenn du mit deinen Energiekosten nur einmal im Jahr über einem bestimmten Grenzwert liegst, zahlst du das ganze Jahr lang einen höheren Strompreis. Deine Energiekosten schnellen dadurch ganz schnell in die Höhe. Um das zu vermeiden und einen günstigeren Stromtarif bei deinem Stromanbieter zu erhalten, musst du hohen Lastspitzen zuvorkommen. 

Einen Wechsel zu Ökostrom kannst du natürlich auch in Betracht ziehen. Das ist nicht nur nachhaltig und gut für das Gewissen, sondern kann auch günstiger sein als herkömmlicher Strom.

Prüfe deinen Stromverbrauch auf hohe Lastspitzen

Mit deinem Gastronomiebetrieb bist du in der Regel ein Sondervertrags- oder Gewerbe-kunde bei deinem Stromanbieter. Als solcher kannst Du bei Deinem Stromanbieter kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr ein detailliertes Lastprofil anfordern. Dieses gibt dir eine detaillierte Übersicht über deinen Verbrauch. Du siehst schnell, ob und wann Lastspitzen in deiner Gastronomie auftreten. Alternativ kannst du mit einer kleinen Faustregel ausrechnen, ob sich eine Optimierung und eventuell ein Stromvergleich mit anderen Stromanbietern lohnt. Nimm Dir Deine letzte Stromrechnung und dividiere den Wert unter Jahresarbeit durch die Jahreshöchstleistung. Gewerbestromkosten sparen kannst du, wenn das Ergebnis höher als 2500 ist.

Absolut sinnvoll ist auch, eine Liste mit dem Verbrauch jedes Gerätes zu erstellen und zu bestimmen, welche Geräte mit hohem Verbrauch besser nicht gleichzeitig laufen sollten. Zusätzlich erhältst du einen detaillierten Überblick über deine Energiekosten und die Energieeffizienz deiner Geräte, wie zum Beispiel der Kälteanlagen. Du kannst Dir ebenfalls auch Hilfe bei einem Energieberater holen und auf jeden Fall auch mal andere Stromtarife vergleichen. Mit diesem Wissen kannst Du deinen alten Vertrag bei deinem jetzigen Stromanbieter kündigen oder in einen besseren Tarif wechseln. Beachte dabei die Kündigungsfristen. Diese können sich nach Vertrag und Stromanbieter stark unterscheiden.

Deine Energiekennzahl (KEI) ermittelst du wie folgt:

Jahresverbrauch an Strom in kWh  /  Betriebsfläche in m2  =  kWh/m2 (pro Jahr)  =  KEI

Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Quadratmeter liegt in der deutschen Gastronomie bei 230 kWh/m2 im Jahr. Mit deiner ausgerechneten Kennzahl kannst du bei den gängigen Vergleichsportalen deinen günstigsten Tarif ermitteln.

Rüste deinen Stromzähler auf

Um zeitnah auf Lastspitzen reagieren zu können und Gewerbestromkosten einzusparen, ist es ratsam deinen Verbrauch und die Strompreise regelmäßig selbst zu prüfen. Ein nützlicher Helfer ist ein Lastgangzähler. Diese ist extra so konzipiert, um den Lastgang, also den zeitlichen Verlauf der bezogenen Leistungen, zu ermitteln. Ab einem Verbrauch von mindestens 50.000 kWh Strom kannst du sogar Steuern und Abgaben sparen. 

So einen Zähler forderst du entweder bei deinem Stromversorger an oder du lässt dir von einem Elektriker einen “Sub-Meter” einbauen. Ist dir das zu kompliziert, kannst du auf ein automatisches System zurückgreifen, dass deinen Gewerbestrom misst. Ein System, mit dem deine Geräte automatisch angesteuert werden, um Lastspitzen zu vermeiden. 

Durch das Überwachen deiner Energieeffizienz und das dauerhafte Energiesparen lohnt sich die Investition in den meisten Fällen bereits sehr schnell. 

Eine weitere Möglichkeit bietet der 96 Stunden Leistungsmesser, der nicht nur die verbrauchten kWh, sondern auch einen Leistungswert ermittelt. Die Werte werden in Intervallen von 96 Stunden alle 60 Minuten gemessen. Wenn dein Stromverbrauch bei unter 100.000 kWh im Jahr liegt, wäre der Maximumzähler, Eintarif- oder Zweitarifzähler, eine Option. Dieser misst den höchsten Leistungswert, der innerhalb eines Jahres an Gewerbestrom angefallen ist.

Plane deine Geräteeinsätze effizient

Selbst ohne detaillierte Analyse lassen sich Gewerbestromkosten mit ein paar Kniffen und Helferlein senken, ohne dass du komplett auf wichtige Geräte und Kühlanlagen verzichten musst. Ganz einfach lassen sich Lastspitzen vermeiden, indem in deinem Gastronomiebetrieb möglichst wenige stromfressende Geräte, die einen hohen Verbrauch haben, gleichzeitig laufen. Zeitschaltuhren sind hilfreich bei Geräten, die Energie speichern. Sie können phasenweise abgeschaltet werden, wenn andere Vielverbraucher laufen. 

Besonders kurz nach dem Einschalten verbrauchen viele Geräte sehr viel Strom. Auch durch das versetzte Einschalten der Geräte vermeidest du hohe Lastspitzen. Hierfür kannst du einen Plan erstellen, damit deine Mitarbeiter wissen, wann welche Geräte eingeschaltet sein sollen und welche nie gleichzeitig laufen dürfen. Diese Prozesse kannst du mit Zeitschaltuhren zusätzlich vereinfachen und das Energiesparen fördern.

Eliminiere unnötige Stromfresser

Sinnvoll ist auch, die Grundstromlast zu mindern – vor allem, wenn Lastspitzen sich nicht vermeiden lassen. Oft lohnt es sich, Geräte und Maschinen durch verbrauchsärmere zu ersetzen oder einfach den Stromanbieter zu wechseln. Natürlich ist der Wechsel nicht bei allen Geräten problemlos möglich, aber auch hier kannst du klein anfangen. Überprüfe zum Beispiel deine Beleuchtung. Die in der Anschaffung zwar teureren LED-Lampen sparen langfristig Energiekosten. Großgeräte wie deine Kälteanlagen, Kühlschränke oder Geschirrspüler mit einer guten Energieeffizienz ersparen dir zusätzliche Ausgaben. Eine weitere Überlegung könnte der Wechsel vom Kochen mit Gewerbestrom zu einer Variante mit Gewerbegas sein. Kalkuliere das ruhig mal durch, vielleicht kannst du durch die Umstellung auf Gas deine hohen Energiekosten senken.

Als Großverbraucher kannst du Energie sparen

Hast du in deiner Gastronomie generell einen sehr hohen Stromverbrauch und kannst Lastspitzen kaum vermeiden? Treten zweimal im Jahr Lastspitzen von über 30 Kilowatt auf, dann giltst du als Großkunde und zahlst einen Cent weniger pro Kilowattstunde bei deinem Stromanbieter. Ist das nicht der Fall, weise den Stromanbieter darauf hin. Betreibst du mit deinem Gastronomiebetrieb mehrere Standorte, ist es ratsam, alle zu einer zentralen Abnahmestelle zu bündeln. Dadurch erhältst du günstigere Strompreise für deinen Gewerbestrom, sparst für alle Standorte Stromkosten und verringerst den Verwaltungsaufwand für deine Gastronomien.

Unsere Tipps in der Übersicht

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